Sonntag, 17. Mai 2009
Circus Althoff will der Finanzkrise trotzen
von Andreas Arlt
Marburg. „Man spürt die Folgen der Finanzkrise“, räumte Freddy Antony ein, der als Moderator und Entertainer das Programm des Circus Althoff leitet. Zwar sei der Vorverkauf und der Zuschauerzuspruch zur Premiere ein wenig enttäuschend. Der gebürtige Engländer zeigte sich dennoch optimistisch, den 40 Zuschauer ein mitreißendes Programm bieten zu können. „Die Künstler werden mit viel Spaß und Engagement die Show gestalten.“
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Samstag, 2. Mai 2009
«So unglaublich schön»Circus Knie in St. Gallen
Hinter dem Zelt ist es dunkler und dunkler geworden, nur noch in Umrissen ist ihr Gesicht zu erkennen mit den grossen, dunklen Augen. «Mir ist ein wenig kalt», sagt Géraldine Knie, «darf ich mich zurückziehen?»
Noch ist die Vorstellung nicht zu Ende. Gerade haben sich die jungen Chinesinnen aus der Mongolei auf ihre Einräder geschwungen und werfen sich mit den Füssen flache Metallschalen zu, die sie, kühn balancierend, mit dem Kopf auffangen. Hinten im Zelt machen sich The Sorellas für ihre Trapeznummer bereit und strecken ihre geschmeidig-muskulösen Körper. Wie immer stehen einige vor dem Bildschirm und schauen, was sich in der Manege tut: Hector Rossi, der im Clown-Duo Les Rossyan den Dummen August spielt, die Brüder Errani, erhitzt von mehreren Nummern.
Eine Reise durch fünf Kontinente/Circus Probst in Villingen-Schwenningen
Traumhafte Tierdressuren und atemberaubende Artistik bietet der Circus Probst derzeit auf dem Villinger Friedengrund. Künstler aus mehreren Ländern und Tiere aus fünf Kontinenten begeisterten das Publikum bei der Premiereshow „Kultur pur“.
Das Zirkuszelt füllt sich immer mehr. Die hauptsächlich jungen Zuschauer warten gespannt auf Artisten und Tiere aus aller Welt. Mit schwungvoller Musik untermalt die Live-Band jede Darbietung. Mit einer originellen Einrad-Show eröffnen Elisabeth und Daniel Axt die Spielfolge. Die beiden erweisen sich als wahre Meister der Geschicklichkeit, wie auch Richard und Dave Wolf, die eine große Portion Komik in ihren Auftritt mit einbauen. Auch der junge moldawische Artist Jim Bim zeigt eine eindrucksvolle Darbietung auf dem Trampolin.
Perfektion in der Welt der Artisten/Zirkus Carl Busch in Ehingen
Atemberaubende Akrobatik, Anmut und Perfektion der Artisten, humorvolle Clownnummern und tolle Tierdressuren - das Publikum erlebte etliche Attraktionen bei der Premiere des Zirkus Busch.
Ehingen Immerhin 600 Besucher kamen am Mittwochabend zur Premiere des Zirkus Carl Busch auf den Volksplatz in Ehingen. Dort konnten die Zuschauer zwei Stunden lang Zirkusluft schnuppern und tief in die Welt der Artisten eintauchen. Dem präzise ausgefeilten Showprogramm mit einem Höchstmaß an Perfektion fehlte nichts: Eine feine Mischung aus professioneller Akrobatik und Artistik, gespickt mit dem Auftritt amüsanter Komödianten
Probleme packt Toni in den Koffer
"Gitze", wie der Krone-Koch mit Spitznamen heißt, ist der Erste, der in der Zirkusstadt aktiv wird: Er steht um 4.30 Uhr auf, um den Boiler in seiner rollenden Küche anzuschalten, damit er heißes Wasser fürs Frühstück hat. Seine Gäste, das ist ein Großteil der Zirkusmannschaft - vom Stallburschen bis zur Tänzerin. Lediglich die Artisten versorgen sich selbst. Alle anderen verköstigt "Gitze" dreimal täglich mit Hausmannskost. "Das ist wie auf einem U-Boot", erklärt Susanne Matzenau: "Der Koch hält die Moral hoch: Ist das Essen gut, ist alles gut."
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Amberg
Probleme packt Toni in den Koffer
Blick hinter die Kulissen beim Circus Krone: Eine eigene Stadt mit Bürgermeister und Waschsalon
"Im Grunde hat Amberg ab heute einen neuen Stadtteil - Krone City", erklärt Susanne Matzenau. Tatsächlich bringt Europas größter Zirkus alles mit, was er zum Leben und Arbeiten braucht. Oder fast alles. Das Einzige, was Krone nicht selbst dabei hat, sind "Wasser in rauen Mengen (40 000 Liter am Tag, davon 70 Prozent für die Tiere) - und Zuschauer". Die Zirkusstadt ist auf mehrere Plätze verteilt: "Krone" ist so groß, dass er nur in wenigen deutschen Städten komplett auf einen Festplatz passt.In Amberg logieren Zirkuszelt, die Ställe und Tiere und alles, was direkt für die Vorstellung gebraucht wird, auf dem Dultplatz. Die Mitarbeiter belegen mit ihren Wohnwägen und den Versorgungseinrichtungen zwei Grünflächen beim alten Drahthammer-Bahnhof. Neben dem Kaufland ist der Fuhrpark abgestellt: 22 große Zugmaschinen und die Packwagen, die nur zum Transport gebraucht werden. Und dann gibt es noch die bis zu 30 Meter langen Wohntrailer der Artisten, die auf dem Raigeringer Festplatz ihre eigene Kolonie bilden.
Amberg
Probleme packt Toni in den Koffer
Blick hinter die Kulissen beim Circus Krone: Eine eigene Stadt mit Bürgermeister und Waschsalon
Zirkus mit Bürgermeister
Sogar einen "Bürgermeister" hat Krone. Diesen Titel trägt Claus Lehnert, der gerade mit einem Trecker noch einen Wagen an seinen Platz bugsiert. Lehnert ist verantwortlich für die Mannschaft, die Infrastruktur und den Aufbau. Der ist, gerade wenn er auf mehrere Plätze verteilt werden muss, eine Tüftelei und deshalb generalstabsmäßig geplant: für jeden Spielort neu, denn kein Gastspielplatz gleicht dem anderen.
30 Mal im Jahr wird bei Krone auf- und abgebaut. Entsprechend routiniert laufen die letzten Aufbauarbeiten. Es ist gegen 10 Uhr: Längst haben die Arbeiten in den Stallungen und den zirkuseigenen Werkstätten begonnen. Zum Tourneetross gehören eine Schneiderei, Schlosserei, Sattlerei und eine KfZ-Werkstatt. Während auf dem Zeltplatz fleißig gewerkelt wird, schlafen viele der Artisten noch. Kein Wunder, sie sind "Nachtarbeiter", deren Arbeitstag erst nach der Abendvorstellung nach 23 Uhr endet. Vormittags haben sie Zeit, einzukaufen, einige erkunden auch ihren Gastspielort. Susanne Matzenau gehört dazu: Sie schwärmt noch heute von der Landesausstellung, die sie beim Krone-Gastspiel 2003 in Amberg besucht hat.
Amberg
Probleme packt Toni in den Koffer
Blick hinter die Kulissen beim Circus Krone: Eine eigene Stadt mit Bürgermeister und Waschsalon
Artisten proben nicht
Zurück auf dem Dultplatz führt der Weg zu den "Kron(e)-Juwelen", in den neuen Pferdestall, wo gerade die schneeweißen Araberhengste für eine Bewegungseinheit in der Manege fertig gemacht werden. Sie ist vormittags den Tieren vorbehalten - in erster Linie, um diese zu bewegen, erklärt Matzenau. Und die Artisten? Der Laie hört Überraschendes: "Unsere Artisten proben nicht." Krone verpflichte nur die Besten ihres Faches, die müssten ihre Nummern nicht mehr trainieren.
Überall finden sich Hinweise, dass die Tiere nicht gefüttert werden dürfen: Ein Appell an die Besucher, die den Krone-Zoo täglich ab 10 Uhr erkunden können. Futter bekommen die Vierbeiner ausreichend. Gerade ist ein Landwirt aus Amberg mit einer großen Ladung Heu gekommen, die jetzt abgeladen wird. Der Maschinenring vermittelt solche lokalen Lieferungen. Im Stall der Elefanten ist es mollig warm - die Dickhäuter haben ihre eigene Heizung. Und sie brauchen am meisten Futter: Jeder der sieben Elefanten frisst pro Tag zwei Zentner Stroh, einen Zentner Heu, 15 Kilo Brot und etwa zehn Kilo Frischfutter. Während die Löwen den Rest des Vormittags verdösen, richtet sich im Umkleidewagen hinter dem Zirkuszelt das Ballett ein. Jede der zwölf Tänzerinnen schlüpft während der Vorstellung in sieben bis acht Kostüme: Anstelle von Ansagen kündigt das Ballett durch seine Kostüme die Darbietungen an.
Amberg
Probleme packt Toni in den Koffer
Blick hinter die Kulissen beim Circus Krone: Eine eigene Stadt mit Bürgermeister und Waschsalon
Um 14 Uhr läutet die große Glocke hinterm Zelt: Das weit hörbare Zeichen, dass sich alle für den Einlass bereit machen müssen. Ein zweites Glockensignal wenig später markiert den Zeitpunkt, ab dem die Zuschauer ins Zelt kommen.Familientradition: Lachen
Obwohl es nur noch wenige Minuten bis zum Beginn der Vorstellung sind, hat Chefclown Toni Alexis noch Zeit für einen Plausch. Während er und seine Frau Jeanette sich schminken, verrät Toni, dass er nächstes Jahr sein 50-jähriges Clownjubiläum hat. Für ihn war klar, dass er Spaßmacher beim Zirkus werden würde: "Schon mein Urgroßvater, mein Großvater und mein Vater waren Clowns." Und seine beiden Söhne setzen diese Familientradition fort - sehr zur Freude des Vaters. Der hätte zwar auch nichts dagegen gehabt, wenn sie einen Beruf außerhalb der Manege gewählt hätten. Aber dass sie in seine Fußstapfen getreten sind, macht den Papa doch ziemlich stolz.
Natürlich hat auch ein Clown Probleme. "So wie jeder Mensch", sagt Toni. Doch davon darf das Publikum nichts mitbekommen. Toni hat dafür seinen "unsichtbaren Koffer": "In den kommen alle Probleme vor der Vorstellung rein", erklärt er verschmitzt - damit er ganz befreit mit seinem Publikum lachen kann. "Das Schönste im Leben ist doch das Lachen." Sagt's, setzt seinen roten Clownhut auf und marschiert in die Manege, wo jetzt die erste Vorstellung beginnt.
Bonner Premiere des neuen Flic-Flac-Programms: Anmutig und atemberaubend
Bei der Bonner Premiere des neuen Programms des Zirkus Flic Flac am Donnerstagabend kamen die Besucher aus dem Staunen nicht heraus, unter anderem über die perfekte Körperbeherrschung der Akrobaten Miroslav Toskov und Nicolay Dobrovolov, die waghalsige Nummern an zwei Seilen hoch über der Manege boten, oder über den Anmut, mit dem sich Larissa Kastein tanzend um eine Stange schlang.
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Freitag, 1. Mai 2009
Heißhunger auf Heu und Stroh/Zirkus Charles Knie
Marl. Eine der vielen Adressen die Sigrid Redenius in ihrem rollenden Büro im Zirkus Knie im Computer gespeichert hat, ist die von Landwirt Otto Kleverbeck. Während des Gastspiels in Recklinghausen versorgte der 47-Jährige den Zirkus mit Heu und Stroh.
Was also lag näher, als den Marler Landwirt wieder anzurufen? "Wir greifen in jeder Stadt auf Bauern zurück, mit den wir gute Erfahrungen gemacht haben", erzählt die Büroleiterin. Das müssen die Zirkusleute auch, denn über 100 Tiere verfuttern eine Menge. So wandern täglich 50 Ballen Heu und 25 Ballen Stroh in hungrige Mägen.
Auf dem Hof von Otto Kleverbeck an der Hülsstraße 230 werden oft Zirkusse vorstellig. Über die meisten mag er nicht viel sagen, wohl aber über den Zirkus Knie: "Das ist der erste, der beim Futtereinkauf auf Qualität achtet - das gefällt mir. Nicht wegen der Einnahmen, sondern wegen der Tiere. Sie werden gut versorgt", sagt der Landwirt. "Das ist das Wichtigste."